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21.07.2010, 21:54 Uhr | Westfälische Nachrichten Übersicht | Drucken
Zum Schutz der Ems

Sommerzeit - das ist die Zeit für gemütliche Touren mit dem Fahrrad. Auch der traditionellen großen Familien-Radtour der CDU Ortsvereine Everswinkel und Alverskirchen schlossen sich am Sonntag wieder viele Teilnehmer an, um gemeinsam das schöne Wetter zu genießen. Nach dem Start am CDU-Speicher führte der Weg der etwa 60 Radler über Fahrradwege entlang an duftenden Heu-Wiesen, Korn- und Stoppelfeldern und durch Wälder.

Interessiert verfolgten die Teilnehmer der CDU-Radtour die Ausführungen über die naturnahe Umgestaltung,Fotos:
 
Knallblau, über 60 Meter lang und 3,20 Meter breit - das war nach etwa einer Stunde Fahrzeit das erste Etappenziel der Radler: die neu errichtete Lonn-Brücke, die sich über die Ems bei Einen spannt. Sie verbindet als Geh- und Radweg die südlich und nördlich verlaufenden Wanderwege mit überregionaler Bedeutung. Die Anwohner können über die Brücke den Bahnhof in Raestrup erreichen, und sie dient der Naherholung.

Hier angekommen, wurde die Gruppe bereits von Franz Reinhard, einem Vertreter der Bezirksregierung Münster, erwartet. Er erläuterte den Teilnehmern anhand von Schautafeln die wichtigsten Maßnahmen zur Renaturierung der Ems, wozu auch die Errichtung der Lonn-Brücke gehört. Im Rahmen des Ems-Auen-Schutzkonzeptes wird hier auf einem 4,5 Kilometer langen Abschnitt zwischen Raestrup und Müssingen die Ems naturnah umgestaltet.

„Die Ems ist der kürzeste Strom Europas und fließt nur durch Sandgebiete, sie hat nur wenig Gefälle, anders als ein Gebirgsbach“, erklärte Reinhard. „Weil in den 30er und 50er Jahren durch die Begradigung des Flusses viele Flächen zerschnitten wurden und somit nicht mehr zusammenhängend bewirtschaftet werden konnten, wurden sie durch den Bau zahlreicher Brücken über die Ems für die Landwirte erschlossen.“

Die Teilnehmer erfuhren, dass in diesem Bereich 150 000 Kubikmeter Sand abgetragen wurde. „Bis jetzt sind Kosten in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro angefallen. In den nächsten Jahren folgen noch vier Kilometer weitere Baumaßnahmen, die aber nicht so viel kosten werden“, so Reinhard.

Nach diesem interessanten und aufschlussreichen Zwischenstopp ging es schließlich weiter zum Hof Aertker, wo auf die Radler ein Kuchenbüffet wartete, das sie sich auch redlich verdient hatten. Gestärkt traten die Radler nach einem gemütlichen Ausklang wieder die Heimfahrt an.



aktualisiert von Jörg Edelbrock, 21.07.2010, 21:56 Uhr


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